Winterwanderung 2020 – Wetter schlecht, Stimmung gut

Jörg Dingeldein hatte für Samstag, 01.02. zur inzwischen traditionellen Winterwanderung geladen. Geplant war ursprünglich eine 14km lange Tour rund um den Reinheimer Flugplatz.
Bei recht milden Temperaturen fanden sich um 11 Uhr 15 Wanderbegeisterte am Startpunkt "Auszeit am Teich" ein. Leider meinte es der Wettergott nicht gut mit uns. Der anfangs noch leichte Niederschlag entwickelte sich zum stärkeren Dauerregen, Windböen zerrten an den Regenschirmen. Das ausladende Dach einer Scheune war deshalb ein willkommener Ort für eine gemütliche Rast im Trockenen. Dort schenkte Jogi einen selbst gemixten heißen Slibowitz aus und sorgte damit für beste Stimmung. Einstimmig wurde sein Vorschlag zum Abkürzen der Wanderung angenommen. So erreichten wir nach gut 2 Stunden wieder unseren Ausgangspunkt. Samim hatte das Vereinslokal gut eingeheizt. So konnten wir unsere nassen Sachen trocknen und bei Kaffee und leckerem Kuchen zum geselligen Teil der Veranstaltung übergehen.

Ein runder Abschluß

Es weihnachtet auch bei den Fliegern: bei einem leckeren Drei-Gänge-Menü von Gastwirt Samim trafen wir uns zur Weihnachtsfeier am Flugplatz. Vorstand Kurt Kröll ließ die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen des Jahres noch einmal Revue passieren. Anschließend wurden zwei Sieger geehrt: Max Schober gelang erneut der größte Streckensegelflug der Piloten unter 25 Jahren. Mit einem Flug über 467 Kilometern setzte er sich zum dritten Mal in Folge an die Spitze der Wertung. Rainer Meng hingegen sicherte sich den Coppa Cabrio - hierbei wird der größte Flug geehrt, den ein Pilot mit dem Oldtimer Ka8 unter Verwendung der dieses Jahr fertiggestellten, offenen Haube absolviert. Diese Reminiszenz an die Anfangstage des Segelflugs sicherte sich Rainer mit einem Dreiecksflug während des Vereinsfluglagers im Schwarzwald. Zum Abschluß gab Segelflugreferent Hans-Jürgen Schmidt einen Überblick über die segelfliegerischen Erlebnisse und Ergebnisse in OLC und DMSt des Vereins dieser Saison. So zeigte er, dass mit fünf von 32 Teilnehmerinnen der DMSt in Hessen ein großer Anteil in Reinheim fliegen.

Max Schober (links) nimmt den Pokal von Bernhard Nacke (rechts) entgegen.

"Erfinder" Martin Wallmer (rechts) überreicht den "Coppa Cabrio" an Sieger Rainer Meng (links).

Es ist Herbst.

Die Segelflugsaison 2019 ist beendet. Was uns bleibt, sind intensive Erinnerungen an viele tolle Flugstunden, den Segelfliegen ist eine der ganz wenigen Sportarten, wo Erlebnis- und Ergebnisorientierungen zusammenkommen. So flogen wir in diesem Jahr über 63.000 Kilometer im Segelflug und stellten uns dem fliegerischen Wettstreit bei Wettbewerben in Königsdorf, Ludwigshafen, Klix, Hockenheim, Feldkirchen und meisterten als einer der besten hessischen Vereine den Aufstieg in die 2. Segelflugbundesliga. Die Junioren nahmen am Trainingslager der Hessischen Luftsportbunds teil. Im Urlaub erfolgen wir uns die französischen Seealpen, den Schwarzwald, Österreich, die Pyrenäen. In über 800 Ausbildungsflügen gaben Fluglehrer die Begeisterung für das Fliegen weiter. Ann-Katrin Geb und Bogumil Lazar schlossen dieses Jahr ihre Ausbildung erfolgreich ab.
Im Winter pflegen nun wir eingehend unsere Flugzeuge, in der Ausbildung werden die Grundlagen von Meteorologie, Navigation und Technik gelegt. Wir sind gespannt, was die Saison 2020 für uns bereithält.

Elektro-Tests Teil 2 als Saison-Abschluss

Toller Abschluss - dieses Wochenende konnten wir auch den Discus 2c FES testfliegen, das Wetter stellte uns dafür sonnige Bedingungen bereit. Ein tolles Flugzeug, viele Piloten ließen sich die Gelegenheit, das 18m-Flugzeug mit Elektro-Heimkehrhilfe des Herstellers LZ design am Boden und vor allem in der Luft genau unter die Lupe zunehmen, nicht entgehen. Vielen Dank an Schempp-Hirth für die Überlassung des Flugzeugs mit An- & Abtransport!
Für uns war es das letzte Wochenende mit Segelflugbetrieb in dieser Saison - die Flugzeuge werden in den Wintermonaten gepflegt und gewartet. Nur die Ultraleicht-Flieger machen keine Pause und setzen den Schulbetrieb weiter fort.

Im Cabrio in die Luft

Von Autos kennt man es: Genießer sind "oben ohne" unterwegs. Besonders bei Oldtimern sind sommerliche Ausfahrten ohne Verdeck beliebt. Doch was bei Autos funktioniert, funktioniert auch bei Segelflugzeugen.
So dachte es sich Oldtimer-Fan Martin Wallmer und begann zu planen. Diesen Sommer war es schließlich soweit: unser Oldtimer-Segler "Ka8" kann nun als Cabrio in die Luft gehen. Dem Piloten bietet sich ein intensives und einmaliges Flugerlebnis, das Gesicht im kühlen Luftstrom erinnert an die Anfangstage des Segelflugs.
Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Bereits vor ein paar Jahren konnte Martin den Stahlrohrrahmen von einem befreundeten Segelflieger für ein paar Euro erwerben. Das Projekt drohte aber schon daran zu scheitern, dass nirgends ein Haubenverschlusshebel zu bekommen war. Mit viel Überzeugungsarbeit erklärte sich schließlich ein fränkischer Fachbetrieb dazu bereit, das unverzichtbare Teil herzustellen. Dort wurde anschließend der Rohling mit Trennscheibe und Schweissgerät so bearbeitet, dass er zuverlässig zu verschließen war. Es wurde jedoch schnell klar, dass die Rahmen nicht zum Flugzeugrumpf passte. Neben erneuten Schweißarbeiten verbrachte Martin über den Winter viele Stunden damit, den Rohling anhand von lamellierten Kiefernleisten an die Form des Rumpfs anzupassen und mit Sperrholz zu beplanken, gefolgt von Spachtel-, Schleif-, Lackierarbeiten und dem Einbau eines Windschotts im Flugzeugrumpf.
Im Sommer konnte schließlich der Erstflug erfolgen. Aus der Begeisterung unter den Piloten wurde schnell ein eigener Wettbewerb in's Leben gerufen: mit dem "Coppa Cabrio" wird der Pilot geehrt, der mit dem Cabrio die größte, zuvor deklarierte Strecke fliegt. Zum Ende der Saison liegt Rainer Meng mit 82 Kilometern auf dem ersten Rang. Doch die Gedanken sind bereits in der nächsten Cabrio-Saison.