Vom Militär-Jet an die Spitze der Segelflug-Oldtimer - Reinheimer Flugsportler weltweit unter den Top 10

Flog René Kernbach in den achtziger Jahren noch einen Düsenjet der DDR-Luftwaffe, so hebt er mittlerweile in einem Oldtimer-Segelflugzeug ab - und das sehr erfolgreich: 2015 erzielte René den zweiten Platz der bundesweiten Oldtimer-Wertung. Weltweit rangierte er damit auf dem achten Platz von knapp 1500 teilnehmenden Piloten aus 36 Ländern.

Um möglichst oft in der Luft sein zu können, erwarb René ein eigenes Flugzeug. Den finanziellen Möglichkeiten geschuldet, entschied er sich für ein älteres Modell vom Typ SB5e aus dem Jahr 1968. Neben dem günstigen Kaufpreis begeisterte er sich vor allem für die ästhetische Konstruktion mit dem untypischen, V-förmigen Leitwerk. Wartungsarbeiten führt René soweit möglich selbst durch. Dadurch zeigt er, dass mit wenig finanziellen Mitteln eine internationale Top-Platzierung erreicht werden kann.

"Ich möchte jeden Flugtag so gut wie möglich nutzen", erklärt René sein Erfolgsrezept. Systematisch bereitet er sich durch Wetteranalyse und Pflege der Ausrüstung auf jeden fliegbaren Tag vor, um eine möglichst große Strecke zu erzielen - ausschließlich anhand von Aufwinden durch Sonnenkraft. So konnte der Reinheimer im vergangenen Jahr mehrfach Flugstrecken zwischen 400 und 500 Kilometern erreichen. Für ältere Flugzeuge stellt dies aufgrund der geringeren Fluggeschwindigkeit und der geringeren Gleitleistung eine besonders anspruchsvolle Leistung dar.

Auch für 2016 hat sich René wieder vorgenommen, in der Wertung möglichst weit vorne zu landen.

Sportflieger im Reinheimer Imagefilm

Dass Reinheim eine schmucke Perle Südhessens ist, wurde nun auch in einem tollen Imagefilm durch Highlight Films dokumentiert. In dem Film kommen auch wir als Reinheimer Sportflieger zur Sprache.

Das Video gibt es hier.

Schrauben, schleifen, lackieren

Verlassen sieht das Segelfluggelände in Reinheim derzeit aus. Doch im Inneren der Hallen arbeiten die Flugsportler mit Hochdruck daran, die Flugzeuge wieder flugklar für die kommende Saison zu machen. Neben den sieben Segelflugzeugen erhält diesen Winter auch das vereinseigene Ultraleicht-Flugzeug (UL) viel Aufmerksamkeit, damit es bald wieder für die Ausbildung zum UL-Flugschein, für Gastflüge und Streckenflüge zur Verfügung steht. Neben Schönheitsreparaturen etwa an der Lackoberfläche überprüfen die Flugsportler vor allem sicherheitsrelevante Bauteile wie etwa die Steuerungsanlage oder die Instrumente. Am Ende der Winterarbeit steht die Jahresnachprüfung an. Analog der TÜV-Prüfung bei Autos nimmt ein Beauftragter des Luftfahrtbundesamtes jedes Flugzeug genau unter die Lupe und erteilt eine Freigabe.

 

 Werkstattleiter Rolf Bökemeier (rechts) zeigt René Winterstein die Ausbesserung eines Lackschadens

Wir wünschen einen guten Rutsch!

Das Jahr geht zu Ende, doch schon laufen mit Hochdruck die Planung für die nächste Flugsaison. So werden wir die Saison mit einem Osterfluglager bei den Fliegerfreunden des LSC Babenhausen starten (28.03. bis 01.04.16.). In der zweiten Julihälfte fahren wir zwei Wochen für Schulung und Streckenflug zur Fluggemeinschaft Leibertingen e.V. auf die Alb.
Doch bis es soweit ist, wünschen wir allen Freunden und Förderern der FSVO Reinheim einen guten Rutsch in's neue Jahr.

Nikolaus in Reinheim

Tolle Überraschung für unsere kleinen Gäste: am Sonntag kam der Nikolaus auch auf den Reinheimer Flugplatz. Ganz modern schwebte er nicht per Rentierschlitten ein, sondern mit der komfortablen Motormaschine. Kaum am Boden wurde er bereits von den begeisterten Kindern empfangen, die sich bald daraufhin über ein paar kleine Gaben freuen durften.