Leibertingen ist passé

Zwei tolle Wochen liegen hinter uns. Beim Fluglager im schwäbischen Leibertingen kamen sowohl Flugschüler als auch Streckenflieger auf ihre Kosten. Viele Flug-Azubis erweiterten ihren Horizont mit Umschulungen auf neue Flugzeugtypen oder erzielten wichtige Teilprüfungen der Flugausbildung. Die Streckenflieger erkundeten die Schwäbische Alb und den Schwarzwald, oft mit Blick auf den Bodensee. Dabei gelang uns ein wichtiger Meilenstein im Aufstiegsrennen der Segelflugbundesliga: im Runde 16 erzielten wir den "Spieltagssieg" in der Quali-Liga: René Kernbach, Samuel Wiechmann und Bernhard Nacke gelangen bundesweit die schnellsten Flüge. Damit verbesserten wir uns in der Gesamtwertung auf den sechsten Rang. Die ersten sieben steigen auf- drei Runden vor Schluss könnte es nicht spannender sein!

Wir sind dann mal weg

Die nächsten zwei Wochen wandern wir zum Fluglager zur Fluggemeinschaft Leibertingen e.V. aus und freuen uns auf die Thermikrennstrecken der Schwäbischen Alb und des Schwarzwalds.
Gleich im Anschluss geht Michael Paul beim FAI Sailplane Grand Prix in Musbach an den Start. Zur gleichen Zeit nimmt Katja Dingeldein mit den Copiloten Rainer Meng und Jan Krause am Offenen Märkischen Vergleichsfliegen in Brandenburg (http://omv.fliegerklub-brandenburg.de/) teil. Wir hoffen auf top Wetter und drücken allen die Daumen!

Für Reinheimer Segelflieger ist 13 keine Unglückszahl

Denn neben großen Flugstrecken brachte uns die 13. Runde der Segelflug-Qualifikationsliga mit Rang 5 eine hervorragende Platzierung. In der Gesamtwertung verbesserten wir uns damit um einen Platz und logieren nun auf Platz 6, punktgleich mit den Verfolgern aus Ludwigshafen.
Der schnellste und weiteste Reinheimer Flug der Runde gelang Volker Polhaus. Er legte seine Flugstrecke nach Bayern, wendete in Regensburg, um über die Schwäbische Alb und den Schwarzwald nach über 680 ohne Motorkraft zurückgelegten Kilometern und knapp 9 Stunden Flugzeit wieder in Reinheim einzuschweben. Für die Bundesliga, bei der die schnellsten zweieinhalb Stunden des Fluges gewertet werden, steuerte Polhaus eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 100 Stundenkilometern bei.
Ebenfalls für den Verein punkten konnten Bernhard Nacke und Hans-Jürgen Schmidt. Besonders Schmidt machte es lange spannend, ob er es bei abends nachlassenden Aufwinden wieder zurück zum Reinheimer Segelflugplatz schaffen würde.
Ein besonderer Flug gelang Rainer Meng. Mit dem mit Abstand leistungsschwächsten Flugzeug vom Typ Ka8 aus den 1960er Jahren erzielte Meng über 150 Kilometer Flugstrecke.
Mit Rundenplatz fünf haben wir unsere Ambitionen auf den Aufstieg in die zweite Segelflug-Bundesliga gefestigt, doch die Spannung für die verbleibenden Runden steigt.

Rainer Meng in der Ka8 wartet auf den Start mit dem ihm seit vielen Jahren vertrauten Flugzeug.

Zur Sicherheit kopfüber

Oben, unten, links und rechts waren bei unseren Piloten dieses Wochenende zeitweise durcheinander. Beim Trudeltraining ging es darum, gefährliche Flugzustände gezielt zu üben. Dazu stand uns der Kunstflugdoppelsitzer "Fox" der Kunstfluggemeinschaft-Hessen und ihre Trainer zur Verfügung. Wir konnten so unter Anleitung und in sicherer Höhe erleben, wie sich das Flugzeug verhält, wenn es zu langsam geflogen wird und zur Seite abkippt - so halten wir unseren Trainingsstand hoch, damit wir auch in Zukunft sicher fliegen.

Unbelohnter Ausflug

Heiß, gewittrig und schwül. Kein Grund für die Piloten der FSVOR, die Flugzeuge im Hangar zu lassen. Wie schon so oft in dieser Saison lag das aufwindreiche Wetter im Norden der Republik. Um dennoch Zählbares für die dritte Segelflugbundesliga zu erreichen, erklärten sich Jörg Gutwald (LS8) und Rainer Meng (LS4) bereit, mit Jürgen (ASW20) nach Ziegenhain ins vermeintlich bessere Wetter nordhessens zu fahren. Die bereits in der ersten Runde angewandte Taktik führte leider nicht zum gewünschten Erfolg. Ziegenhain war nicht weit genug nördlich. Es entwickelte sich ein Flüchten weg von den Schauern. Rainer konnte einem Schauer nicht mehr ausweichen und fand sich unvermittelt neben der Wasserkuppe wieder, hat es anschließend aber wieder bis nach Ziegenhain geschafft. Jürgen und Jörg flogen bis nach Suhl. Auf dem Rückweg strandeten die beiden Piloten im 20 Kilometer entfernten Lauterbach, der Schlepp-Falke von Ziegenhain hat sie von dort zurückgeholt.
Platz 49 und magere zwei Pünktchen waren die Ausbeute dieser Runde. Der beste hessische Verein der Liga zu sein und Aufstiegsplatz sieben der Tabelle waren da nur ein schwacher Trost. Nach oben zu den niedersächsischen und ostdeutschen Vereinen hat sich der Abstand vergrößert, und nach unten gibt es immer weniger Luft.